Vitamin D verstehen: Versorgung, Messung und Ernährung
Sonnenvitamin, Knochenvitamin und ein wichtiger Begleiter für unsere Muskeln und unser Immunsystem: Vitamin D übernimmt zahlreiche Aufgaben in unserem Körper. Besonders in der dunkleren Jahreszeit lohnt es sich, auf eine ausreichende Versorgung zu achten.
Doch wie viel Vitamin D benötigen wir tatsächlich? Wann ist eine Messung sinnvoll? Und wie können wir unsere Vitamin-D-Versorgung durch Sonnenlicht, Ernährung und gegebenenfalls Nahrungsergänzung unterstützen?
Wir haben die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.
1. Was ist Vitamin D und wofür brauchen wir es?
Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und nimmt eine besondere Stellung ein: Unser Körper kann es mithilfe von UVB-Strahlung in der Haut selbst bilden.
Vitamin D3, auch Cholecalciferol genannt, wird anschließend in Leber und Nieren durch verschiedene Stoffwechselschritte umgewandelt. So entsteht unter anderem Calcitriol, die biologisch aktive Form von Vitamin D.
Die wichtigsten Funktionen:
- Starke Knochen und gesunde Zähne
Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor bei. Diese Mineralstoffe sind wesentlich für den Erhalt normaler Knochen und Zähne. - Normale Muskelfunktion
Vitamin D trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei - Normale Funktion des Immunsystems
Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und ist an der Regulation verschiedener Immunprozesse beteiligt.
2. Warum ist ein gut gefüllter Vitamin-D-Speicher wichtig?
Im Gegensatz zu vielen anderen Vitaminen kann unser Körper Vitamin D selbst produzieren und speichern.
Während der sonnenreichen Monate wird bei ausreichender UVB-Strahlung Vitamin D in der Haut gebildet. Ein Teil davon wird unter anderem im Fett- und Muskelgewebe gespeichert und steht dem Körper später zur Verfügung.
In Österreich ist die UVB-Strahlung während der Wintermonate jedoch meist zu schwach, um eine ausreichende körpereigene Vitamin-D-Bildung zu ermöglichen. Deshalb ist der Körper im Winter stärker auf seine vorhandenen Reserven sowie auf die Zufuhr über Lebensmittel oder gegebenenfalls Nahrungsergänzung angewiesen.
Ein guter Versorgungszustand am Ende des Sommers kann dazu beitragen, die Wintermonate zu überbrücken. Die Speicher sind allerdings nicht unbegrenzt verfügbar. Daher können die Vitamin-D-Blutwerte im Laufe des Winters absinken.
3. Vitamin-D-Messung: Warum Herbst und Frühjahr interessante Zeitpunkte sind
Wie gut unser Körper mit Vitamin D versorgt ist, lässt sich durch eine Blutuntersuchung feststellen.
Gemessen wird dabei üblicherweise das sogenannte 25-Hydroxyvitamin D, kurz 25-OH-Vitamin D. Dieser Laborwert gibt Auskunft über die Vitamin-D-Versorgung des Körpers.
Warum kann eine Messung vor dem Winter sinnvoll sein?
Im Herbst lässt sich überprüfen, wie sich die Vitamin-D-Versorgung während der sonnenreichen Monate entwickelt hat. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko für eine Unterversorgung kann eine Messung dabei helfen, einen möglichen Mangel zu erkennen und geeignete Maßnahmen festzulegen.
Und warum kann eine Messung nach dem Winter interessant sein?
Im späten Winter oder zeitigen Frühjahr sind die Vitamin-D-Werte aufgrund der eingeschränkten Sonnenlichtexposition häufig niedriger.
Bei einem bereits festgestellten Mangel oder einer ärztlich begleiteten Behandlung kann eine erneute Messung unter bestimmten Umständen sinnvoll sein, um den weiteren Verlauf zu beurteilen.
Eine gezielte Abklärung ist insbesondere bei bestimmten Erkrankungen, klinischem Verdacht auf einen Mangel oder weiteren medizinischen Risikofaktoren sinnvoll.
Wo kann ich meinen Vitamin-D-Wert bestimmen lassen?
Eine Vitamin-D-Messung ist sowohl im ärztlichen Bereich als auch in entsprechend ausgestatteten Apotheken möglich.
Bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt kann die Messung im Rahmen einer Blutuntersuchung veranlasst werden. Bei medizinischer Notwendigkeit können gleichzeitig mögliche Ursachen einer Unterversorgung abgeklärt werden.
Auch Apotheken bieten teilweise Vitamin-D-Messungen an. Die Untersuchung erfolgt mittels einer kleinen Blutprobe aus der Fingerbeere.
Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke nach den angebotenen Messmöglichkeiten. Bei auffälligen Ergebnissen oder dem Verdacht auf einen ausgeprägten Mangel ist eine ärztliche Abklärung empfehlenswert.
Die tägliche Sonnenrunde
Wie viel davon tatsächlich entsteht, hängt von mehreren Faktoren ab, darunter Jahreszeit, Tageszeit, Hauttyp, Alter, Kleidung und geografische Lage.
Unser Bewegungstipp:
Nutzen Sie Ihre Mittagspause für einen Spaziergang im Freien. Bereits 20 bis 30 Minuten Bewegung können ein wertvoller Beitrag zu Ihrer allgemeinen Gesundheit sein.
In den sonnenreichen Monaten kann dabei zusätzlich die körpereigene Vitamin-D-Bildung unterstützt werden. Im Winter ist die UVB-Strahlung in Österreich dafür allerdings meist nicht ausreichend.
Wichtig: Ein Sonnenbrand muss unbedingt vermieden werden. Längere ungeschützte Sonnenexposition ist keine geeignete Strategie zur Verbesserung der Vitamin-D-Versorgung.
Auch im Winter lohnt es sich, regelmäßig draußen aktiv zu sein. Bewegung stärkt Muskeln und Knochen und unterstützt das allgemeine Wohlbefinden.
Rezepte für die Vitamin-D-bewusste Ernährung
Pilz-Spinat-Omelett20 Minuten · 2 Portionen
Zutaten
4 Eier
200 g Champignons
100 g frischer Babyspinat
1 kleine Zwiebel
2 EL Milch
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer und frische Petersilie
Zubereitung
Zwiebel und Champignons klein schneiden und in Olivenöl anbraten.
Den Spinat dazugeben und kurz zusammenfallen lassen.
Eier mit Milch verquirlen, würzen und über das Gemüse gießen.
Bei mittlerer Hitze zugedeckt stocken lassen und mit frischer Petersilie servieren.
Ofenlachs mit Kartoffeln und Gemüse35 Minuten · 2 Portionen
Lachs zählt zu den natürlichen Lebensmitteln mit einem vergleichsweise hohen Vitamin-D-Gehalt.
Zutaten
2 Lachsfilets à 150 g
400 g kleine Kartoffeln
1 Brokkoli
2 EL Olivenöl
1 Zitrone
Frischer Dill
Salz und Pfeffer
Zubereitung
Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Kartoffeln halbieren, mit Olivenöl und Gewürzen vermengen und etwa 15 Minuten vorbacken.
Brokkoli in Röschen teilen und gemeinsam mit den Lachsfilets auf das Backblech geben.
Mit Zitronensaft beträufeln, würzen und weitere 15 bis 20 Minuten garen, bis der Fisch durchgegart ist.
Mit frischem Dill servieren.
Vitamin D3 und K2Warum werden sie häufig kombiniert?
Vitamin D3 und Vitamin K gehören zu den fettlöslichen Vitaminen. Beide spielen eine wichtige Rolle für den Erhalt normaler Knochen, erfüllen dabei im Körper jedoch unterschiedliche Aufgaben.
Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor sowie zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei. Darüber hinaus trägt es zur Erhaltung normaler Knochen, einer normalen Muskelfunktion und einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
Vitamin K wiederum trägt zu einer normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen bei.
Was ist Vitamin K2?
Vitamin K bezeichnet nicht nur einen einzelnen Stoff, sondern eine Gruppe verschiedener Verbindungen. Dazu gehören Vitamin K1, auch Phyllochinon genannt, und verschiedene Formen von Vitamin K2, die als Menachinone bezeichnet werden. Zu diesen zählt beispielsweise Menachinon-7, kurz MK-7.
Vitamin K dient im Körper als Cofaktor für die Aktivierung verschiedener Vitamin-K-abhängiger Proteine. Einige dieser Proteine sind am Knochenstoffwechsel beteiligt. Das erklärt, warum Vitamin K und Vitamin D häufig gemeinsam im Zusammenhang mit der Knochengesundheit betrachtet werden.
Braucht Vitamin D immer Vitamin K2?
Nein. Die häufig zu lesende Aussage, Vitamin D müsse grundsätzlich gemeinsam mit Vitamin K2 eingenommen werden, ist wissenschaftlich so nicht belegt.
Zwar ergänzen sich die physiologischen Funktionen beider Vitamine im Knochenstoffwechsel, daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass eine Vitamin-D-Supplementierung bei gesunden Menschen grundsätzlich zusätzliches Vitamin K2 erfordert. Auch ein zusätzlicher gesundheitlicher Nutzen von hoch dosiertem Vitamin D in Kombination mit K2 ist derzeit nicht ausreichend nachgewiesen.
Wichtig bei gerinnungshemmenden Arzneimitteln: Vitamin K kann die Wirkung bestimmter Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon oder Warfarin beeinflussen. Wer solche Arzneimittel einnimmt, sollte Vitamin-K-haltige Nahrungsergänzungsmittel daher nicht ohne Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke verwenden.